Regio versus Bio

Gleich vorneweg – Regional verknüpft mit einer regenerativen Anbaumethode ist das Ziel. Deshalb gab es den beispielhaften Aktionsplan Regio-Bio vor ein paar Jahren im Kanton Aargau.
Für viele Konsument:innen kommt regional vor Bio oder wird sogar oft als gleichgesetzt. Nur regional mit Bio fast gleich zu setzen ist falsch, denn regional heisst nicht zwingend mehr Bio als importierte Lebensmittel. Und Bio braucht es natürlich auch nicht mit Label. Nur im Grossverteiler ist dies nötig bei Produkten, die von weit herkommen und die Produktionsmethode nicht nachvollziehbar ist.
Eine regenerative Anbaumethode die Bio nicht ausschliesst, muss das Ziel sein. Denn auch im Bio-organischen Anbau haben wir immer noch Bodenabbau. Die Bodenmächtigkeit bleibt maximal bei Demeter zumindest erhalten, aber auch diese Anbaumethode macht zu wenig, um den Humus aufzubauen. Also in Zukunft kommen wir nicht um eine regenerative Methode herum, wenn wir in zwanzig Jahren noch etwas aus unseren Böden produzieren wollen.
Zu den Importen von Frühkartoffeln aus Israel, die zwar ein Biolabel tragen stellt sich die Frage, wie sieht den das Regelwerk von Bio in Israel aus. Die Frage ist dabei, was jetzt mehr Sinn macht, von weit importiertem Lebensmittel die zwar Bio sind, (die Frage nach welchen Kriterien), oder konventionell produzierte Lebensmittel beim lokalen Bauern. Was den Boden anbetrifft und andererseits den Transport, ist beides nicht zielführend.
Zu diesem Sachverhalt führen die sogenannten «Spezialisten», die oft keine sind, folgende Erkenntnis an. Sie sprechen von einer Ökobilanzierung. Als ob sich das Ökosystem bilanzieren lässt, was natürlich ein kompletter Unsinn ist. Dieser Begriff stamm aus der Industrie und da macht die Ökobilanzierung mehr Sinn. Denn es gibt aus den verschiedenen Anwendungen in der Landwirtschaft lokale Auswirkungen und andere die Global wirken. Zum Beispiel ist ein Herbizid Einsatz mit Glyphosat lokal wirkend, macht den Boden kaputt und zerstört das Bodenökosystem samt den Millionen von Einzellern und Mehrzellern sowie Pilzsystemen. Zusätzlich wird das Grundwasser vergiftet. Die Mineraldüngung macht lokal in den Böden ebenso alles kaputt. Andererseits ist die Mineralstickstoffdüngung genauso fatal, denn sie trifft in Südamerika auf zerstörte Böden ohne nennenswerte Kohlenstoffe.
Fazit: Das Stickstoffbindevermögen der Böden ist weg und der Stickstoff geht direkt in die Luft in Form von Di-Stickoxiden wie Lachgas oder Ammoniak. Nur das Lachgas 300fach als Treibhausgas, in CO2- Äquivalent ausgewiesen, wirkt. Also nicht das CO2 ist das Problem wie uns verkauft wird. Der beispiellose Bodenabbau und die Ausräumung der Landschaft, die fehlende Biodiversität und Bäume sowie daraus folgend der veränderte Wasserhaushalt verursacht das eigentliche Klimaproblem.
Genau diesen Sachverhalt muss man an die Basis der Konsumenten transportieren.
Pudelwohl Laden & Kafi
Werner Müller
